Feuerwehr | Chronik | Kaleidoskop | Einsätze | Dienstplan
Vom Untergang der Turmburg Rauhlaubenberg
Während über den Bau der ehemaligen Burg schriftliche Nachweise nicht mehr existieren, sind wir über ihren Untergang etwas genauer unterrichtet. Eine alte Handschrift gibt darüber wie folgt Auskunft:
Im Jahre 1579 wohnte auf dem Schloßgut nahe Rauhlaubenberg der Bestandsmann Balthasar Thanner nüt seiner Familie. Dieser hatte die Schreiner gehabt und die bei deren Arbeit angefallenen Späne in den Schopf bringen lassen. Als er einige Tage später bei Rodungsarbeiten auf seinem Felde das ausgerautete Gebüsch verbrennen wollte, befahl er seiner Magd, ihm dazu Späne und Feuer zu bringen. Beim Aufheben der Späne im Schopf geriet diese mit der brennenden Fackel an den Spanhaufen. Das Feuer verbreitete sich so geschwind, daß es nicht einmal mehr gelang, fünf eisenbeschlagene Wagen aus dem Gebäude herauszubringen. Durch Funkenflug und ungünstigen Wind gelangte das Feuer auf das mit Legschindeln gedeckte Dach der zu diesem Zeitpunkt unbewohnten Burg. Auf ihren Feldern arbeitende Bauern gewahrten die Gefahr und versuchten in das Schloß einzudringen, das noch leicht zu retten gewesen wäre. Die Tore der Burg waren jedoch fest versperrt, sodaß sie ohne hegen zu können zusehen mußten, wie diese ein Raub der Flammen wurde. Die Herrschaft habe später vor allem über die alten Urkunden und Zinsbriefe gejammert, die im Narrenhause aufbewahrt gewesen seien.
NB: Als"Narrenhaus" oder"Stockhaus" wurden früher vergitterte und einbruchsichere Räumlichkeiten bezeichnet, die meist aus Stein oder massiven Holzbohlen errichtet waren und vornehmlich als Gefängnisse dienten.
Es war ein Schütz' in seinen besten Jahren...
Einem alten Schriftstück ist die interessante Aussage zu entnehmen, die drei Rauhenzeller Untertanen im Jahre 1597 gegenüber einem kaiserlichen Notar zu Protokoll gegeben haben: Sie bezeugen darin, "daß der altejunker von Laubenberg selig vor 40 Jahren seinen Schützen Hansen Huter vor der Rauhenzeller Kirche habe fangen, nach Rauhlaubenberg führen und daselbst in das Gefängnis legen lassen".
Dieser nüchternen eidesstattlichen Erklärung verdanken wir den Namen des ersten, uns bekannten Rauhenzeller Schützen, der 1557 bei seiner Herrschaft in Ungnade gefallen war und deshalb das festgeführte Narrenhaus der Burg von innen kennenlernen durfte.
Rauhenzeller und Städtler zähmen die iller
Die Iller hatte sich bis zum 16. Jahrhundert zwischen Rauhenzell und Immenstadt derart ausgedehnt, daß ihre Wasser hart an Mummen vorbeiflossen, ständig Wiesen, Weiden und die Straße nach Sonthofen überfluteten und bis an den Hochrain reichten. (Das ist ungefähr dort, wo heute der Gasthof , Afigäuer Hof' steht). Erste Gespräche von Betroffenen zur Eindämmung des Flusses wurden bereits 1560 geführt, brachten jedoch keine Ergebnisse. Endlich einigten sich im Jahre 1568 der Immenstädter Rat unter seinem Stadtammann und die Laubenbergischen Abgeordneten und berieten im Immenstädter Rathaus, wie der Wassergefahr am besten zu begegnen sei. Gemeinsam ging man dann ans Werk. Nach sechsjahren endlich war die Iller gegen die Mitte des Tales in ein festes Bett zu .. c ängt und durch den Wasserbau erheblich an Land gewonnen worden. So kommt es, daß Rauhenzell bis in die Neuzeit noch Gemeindegebiet auf Immenstädter Flur besaß.
Über die Illerbrücke in schweren Zeiten
Die Illerbrücke zwischen Immenstadt und Rauhenzell wird am 23. November 1944 durch ein Hochwasser zerstört. Wegen des zu Ende gehenden Krieges besteht keine Chance für einen Neubau. Für Fußgänger besteht bis Mitte November 1945 eine Fährbindung über die Iller. Durch provisorische Reparaturen ist die Brücke am 25. November 1945 wieder begehbar. Weitere Instandsetzungsarbeiten machen es möglich, daß sie ab Juli 1946 im Einbahnverkehr auch von Fuhrwerken und Lastwagen wieder benützt werden kann. Im Juli 1950 beginnen dann die Bauarbeiten für eine neue Illerbrücke aus Beton, die schließlich 1951 fertiggestellt ist.